Der Eiskeller

Am Ufer des Ruppiner Sees, eingebettet in die sanfte Landschaft Brandenburgs, liegt das malerische Dorf Wustrau. Hier, am sogenannten "Hohen Ende", erhebt sich ein unscheinbares, doch historisch bedeutsames Bauwerk: der Eiskeller von Wustrau. Errichtet im Jahr 1750, diente dieser Eiskeller einst dem nahegelegenen Zietenschen Gutshof als natürliche Kühlkammer – lange bevor elektrische Kühlsysteme erfunden wurden.​

In den kalten Wintern wurde Eis aus dem Ruppiner See gebrochen und in den Eiskeller transportiert. Dort lagerte man es, sorgfältig isoliert mit Stroh und Torf, um es bis in die warmen Sommermonate hinein zu konservieren. Diese Methode ermöglichte es, verderbliche Lebensmittel frisch zu halten und sogar luxuriöse Speisen wie Sorbets und gekühlte Getränke zu servieren – ein Zeichen von Wohlstand und Raffinesse jener Zeit.​ 

Der Eiskeller ist nicht nur ein Zeugnis vergangener Kühltechniken, sondern auch ein architektonisches Schmuckstück. Sein architektonisch aufwendig gefasster Eingang wurde als gewölbter Portalvorbau aus Ziegeln, verblendet mit eine massiv wirkenden, geböschter Rahmung aus Feldsteinen gesetzt. Es handelt sich um ein rundbogiges Sandsteinportal mit zwei Hermen von Friedrich Christian Glume mit einem abschließenden verkröpften Segmentbogen, darin ein Frauenkopf.

Diese Skulpturen verleihen dem Bauwerk eine besondere Ästhetik und zeugen vom Kunstsinn der damaligen Gutsherren.​ 

Auf den Eingang folgt ein Schleusenraum, dahinter erreicht man über eine Leiter den Eiskeller, einen 5,35m hohen, runden Raum mit Kuppelgewölbe aus Ziegelsteinen. Darüber liegen eine wasserdurchlässige Sandschicht und ein Lattenrost. So ergab sich eine für die damalige Zeit gute Kühlmöglichkeit für Speisen und Getränke.

Die Restauration des unter Denkmalschutz stehenden Eiskellers begann 1991 und wurde 2003 abgeschlossen.

Heute steht der Eiskeller als stiller Zeuge vergangener Zeiten. Er erinnert an eine Epoche, in der der Mensch mit Einfallsreichtum und handwerklichem Können die Natur nutzte, um den Alltag zu meistern. Ein Besuch dieses historischen Ortes bietet nicht nur Einblicke in frühere Lebensweisen, sondern auch eine Gelegenheit, die Verbindung zwischen Mensch, Technik und Natur neu zu entdecken.​

Heimat- und Kulturverein
Wustrau-Altfriesack e.V.
Hohes Ende 20
16818 Wustrau

Telefon: 033925900024
E-Mail: info@heimatverein-wustrau.de